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Main-Echo: »Wir leben im Jetzt, haben aber einen Plan«: Schaafheim schlägt auch Niedernberg

Weil die Ringer-Bundesliga am Wochenende pausierte, standen die Landesklassen des Hessischen Ringer-Verbands umso mehr im Blickpunkt. In der Oberliga sah das Publikum drei Derbys: Aufstiegsfavorit KSV Rimbach setzte sich gegen Nachbar SV Fahrenbach durch, die RWG Mömbris/Königshofen legte gegen den SC Großostheim nach und auch der ASV Schaafheim sicherte sich gegen den KSC Niedernberg den zweiten Sieg im zweiten Kampf.

Damit setzten sich in der Tabelle Rimbach, Mömbris und Schaafheim bereits ab. Wenn man weiß, dass der eigentlich gut gerüstete und diesmal kampffreie TSV Gailbach wegen vieler Verletzter die gesamte Saison über kleinere Brötchen backen muss, wird die Meisterschaft und die Qualifikation für die 2022 wieder eingeführte 2. Bundesliga über dieses Trio gehen.

Schaafheim beeindruckt

Die Schaafheimer beeindruckten beim 21:8 über Niedernberg und ließen in Anatoli Dreglea, Eliah Lucyga, Jens Steiniger, Milad Dehghan und Torben Berndt sogar noch fünf Ringer mit gehobenem Oberliga-Format draußen. »Wir sind fest von unserer Mannschaft überzeugt und sehr variabel«, freute sich Schaafheims Sportlicher Leiter Michael Trippel nach dem Heimcomeback des Aufsteigers, das in der Kulturhalle wohl eher 300 statt der offiziellen 150 Zuschauer sahen. »Wir werden jede Woche eine andere Aufstellung haben«, kündigte er an.

Obgleich die »Bachgau-Bären« dem Topfavoriten Rimbach und dem aufgerüsteten Ex-Bundesligist Mömbris bereits in dieser Runde gefährlich werden können, ist der Zweitliga-Aufstieg in Schaafheim (noch) kein Thema. »Wir leben im Jetzt, haben aber einen Plan«, deutete Trippel an, dass man in den nächsten Jahren durchaus für Liga zwei offen sei. »Wir gehen das alles aber gesund und vernünftig an.«

Viel Potenzial ist da: Zum Abschlusstraining kamen 40 Mann, die zweite Mannschaft dürfte Landesliga-Meister werden und gegen Niedernberg ergänzte der ASV den siebenköpfigen Kern aus heimischen Athleten mit Zugang Eduard-Stefan Asan (kam aus Großostheim), dem (dauerhaft in Deutschland lebenden) Kroaten Tony Brala und dem eingeflogenen Ungarn Martin Toth. Gegen den 3. Ungarischen Meister bot Niedernberg erst gar keinen Gegner auf. Bemerkenswert waren unter anderem die Punktsiege von Talent David Bertram in seinem ersten Oberliga-Kampf gegen Kasum Israpilov und dem stilartfremd ringenden Schwergewicht Marvin Stoeckel gegen Tim Focken.

Ampelkarte für Ürün

In hitziger Atmosphäre gewann schon am Freitagabend die RWG gegen Großostheim. Vor 200 Fans sah Gästecoach Engin Ürün vom Bundesliga-Kampfrichter Karl-Peter Schmitt (Rimbach) wegen Meckerns und unsportlichen Verhaltens die im Ringen seltene Ampelkarte. Allerdings schenkten die Großostheimer die Limits bis 57 und 66 Kilo her und standen daher von Beginn an auf verlorenem Posten. Dass der Mömbriser Simon Scheibein den vormaligen Bundesliga-Ringer Viktor Terzi (auch wenn der den freien Stil favorisiert) klassisch auspunkten würde, war allerdings nur bedingt zu erwarten gewesen. Im Greco-Schwergewicht schlug Yordan Kungalov den 30 Kilo schwereren Damian Patalong mit 7:5.

Quelle: Main-Echo | Verfasser: Jens Dörr