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Main-Echo: »Ziel bleibt ein vorderer Mittelplatz«: Großostheim will im Oberliga-Duell wie Gailbach den ersten Sieg

In der Ringer-Oberliga Hessen wird es nach den Kämpfen des Wochenendes höchstwahrscheinlich eine sieglose Mannschaft weniger geben. Für den KSC Niedernberg werden die ersten Punkte im Heimkampf gegen Topfavorit KSV Rimbach zwar zur Herkulesaufgabe und die perfekt gestartete RWG Mömbris/Königshofen möchte beim SV Fahrenbach nicht das erste Team sein, das Federn lässt.

Doch im Vergleich zwischen dem SC Großostheim und dem TSV Gailbach, die beide noch nicht gewonnen haben, wird sich das wohl ändern.

Gailbacher Sorgen sind groß

So es kein Remis gibt, schaufelt einer der beiden Untermain-Clubs die ersten Zähler auf sein Konto. Weil die Gailbacher große personelle Sorgen haben, muss man derzeit die Großostheimer als Favoriten handeln. »Ein oder zwei Stammringer kannst du mal kompensieren«, sagt Gailbachs Ringertrainer Christian Schöfer. »Aber nicht drei, vier oder fünf.« Großostheims Vorsitzender Simon Pilzweger hat dennoch großen Respekt vor dem Aschaffenburger Stadtteil-Verein: »Gailbach ist gespickt mit Topleuten, die in der Oberliga fast nicht zu besiegen sind.«

Außerdem hatten die Großostheimer nach einer kurzfristigen Absage eines Athleten ihrerseits personellen Stress, konkret im Schwergewicht. Dort wollte man als Ersatz eigentlich Rene Schliebs als Gastringer von der FSV Münster holen, die ihr Team rund einen Monat vor Rundenbeginn aus der Hessenliga zurückgezogen hatte. Doch stimmten zwei Oberliga-Konkurrenten gegen den Antrag des Sportclubs Frankonia, so dass Schliebs nur Freundschaftskämpfe hätte machen dürfen und die Punkte im 130-Kilo-Limit immer beim Gegner gelandet wären. Also reaktivierten die Großostheimer für die höchste Gewichtsklasse auf den letzten Drücker Damian Patalong: »Das haben wir erst donnerstags besprochen und freitags festgemacht«, berichtet Pilzweger. »Da war die Überraschung und Freude natürlich groß, als er am ersten Kampftag samstags gegen Rimbach auf der Matte stand.«

Bislang kassierte Patalong zwar zwei Niederlagen, doch stehen die Großostheimer mit ihm generell komplett. Der Kampf in Mömbris, als ein 66-Kilo-Athlet fehlte und man den gesundheitlich angeschlagenen 57-Kilo-Mann Deniz Güvener kein Gewicht machen lassen wollte, soll die Ausnahme bleiben. Auch ist jetzt Mateusz Kasprzak, der zunächst wegen seiner Teilnahme an der Polnischen Meisterschaft (wo er Dritter wurde) fehlte, regelmäßig verfügbar. Vereinschef Pilzweger, der auch selbst ein Oberliga-Siegringer ist, schaut deshalb optimistisch nach vorn: »Unser Ziel bleibt ein vorderer Mittelplatz.«

Im Mittelfeld der Oberliga wolle trotz der Auftaktniederlage beim ASV Schaafheim weiter auch der KSC Niedernberg landen, sagt dessen Vorsitzender Peter Dölger. Ob just gegen Rimbach, das in den ersten zwei Kämpfen gegen Großostheim und Fahrenbach seiner Favoritenrolle gerecht wurde, der erste Sieg gelingt, erscheint aber fraglich. »Rimbach ist sehr stark, das sind die eigentlich immer«, weiß auch Dölger. Etwas Hoffnung macht den Niedernbergern beispielsweise das starke Debüt des italienischen Klassikers Luca Dariozzi, der im 86-Kilo-Limit keinen Kampf verlieren dürfte.

Die RWG Mömbris/Königshofen hat mit zwei Siegen zum Auftakt bereits eine gute Basis gelegt, sich längerfristig (oder gar bis zum Saisonende) in höchsten Oberliga-Gefilden zu bewegen. Bei gefährlichen Fahrenbachern, die eine überragende Mittelachse besitzen, ist aber Obacht angesagt. Spannend wird zu sehen sein, ob die RWG – die bislang nur daheim rang – auch auswärts starke Ausländer wie den Engländer Harvey Ridings, den Bulgaren Yordan Kungalov und den Schweden Oskar Johansson aufbietet.

Quelle: Main-Echo | Verfasser: Jens Dörr