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Main-Echo: Gute Transfers und ohne Abgänge lassen Schaafheim in Favoritenrolle schlüpfen

End­lich wie­der ei­ne kom­p­let­te Sai­son durch­rin­gen: Die­ses Ziel eint die Ve­r­ei­ne der Ober­li­ga Hes­sen vor der Sai­son 2022 – fiel die Run­de in der Be­le­ta­ge des HRV 2020 doch co­ron­a­be­dingt aus und wur­de 2021 nach dem ers­ten Kampf­tag der Rückrun­de ab­ge­bro­chen.

Darüber hinaus unterscheiden sich die Ambitionen der sieben Teams der Liga aber durchaus. Just der Topfavorit nimmt das Wort Aufstieg allerdings (noch) nicht in den Mund.

Rimbach ersetzt Rimbach

Der Abbruch im vergangenen November machte den KSV Rimbach zum Meister und Aufsteiger in die wieder eingeführte 2. Bundesliga. Mit dem KSV Rimbach II rückte die Reserve der Odenwälder Ringerhochburg in die höchste Landesklasse, die nun wieder die dritthöchste Ebene des deutschen Mannschaftsringens insgesamt darstellt, nach.

Während sich die Verantwortlichen der Untermain-Clubs, die zu fünft den Löwenanteil der Oberliga ausmachen, noch darauf einigen können, dass Rimbach II als Außenseiter mitmischt, herrscht bei der Frage nach den Meisterschaftsaspiranten herrliche Abwechslung.

Wobei die Tipps zu den Favoriten einen Verein dann doch schon vor dem ersten Kampftag in die Rolle des Gejagten hieven: Alle Offiziellen, die eine solche Prognose abgegeben haben, haben bei der Vergabe des ersten Platzes den ASV Schaafheim auf dem Zettel. Alle außer Schaafheim selbst, muss man hinzufügen: Die Bachgau-Bären geben lediglich Platz drei bis fünf als offizielles Saisonziel aus. Es fällt allerdings schwer zu glauben, dass sich der frühere Zweitligist, der sich eine Rückkehr ins Bundesliga-Unterhaus in näherer Zukunft vorstellen kann, am Ende als Fünfter unter sieben Mannschaften glücklich wäre.

Der Trainer als Allzweckwaffe

Denn die Schaafheimer waren in Sachen Transfers äußerst aktiv. Mit Marcus Plodek, der seit voriger Saison schon Freistil-Trainer des ASV ist, will ein früherer deutscher Meister und langjähriger Bundesliga-Ringer des SC Kleinostheim auf der Matte nun auch selbst für die Bären beißen. In den Limits von 86 bis 130 Kilo wird er in der Oberliga zur Allzweckwaffe. Ebenso wie der Ungar Zoltan Szep, der von Bachgau-Nachbar SC Großostheim kam. Zugang Jakob Eich schnupperte in Hösbach schon Bundesliga-Luft, und mit Marius Botezatu (SG Arheilgen) und Tom Ouzounis (ASV Dieburg) verpflichteten die Schaafheimer zwei der interessantesten Talente des Ringerbezirks Darmstadt/Odenwald.

Wegen dieser Transfers, gleichzeitig ausgebliebener Abgänge und nicht zuletzt einem Unterbau in der Hessenliga rechnen viele mit dem ASV Schaafheim an der Spitze. So auch die RWG Mömbris/Königshofen, die ihrerseits zumindest bei den Konkurrenten aus der Region auf dem Titelzettel steht.

RWG mit Timur Seidel

Die RWG könnte schon jetzt in der 2. Liga ringen, schlug als Vorjahres-Vize-Abbruchmeister ein Aufstiegsangebot des Deutschen Ringer-Bunds kurz vor Silvester 2021 aber aus. Für dieses Jahr formulierten die Kahlgründer schon früh und offensiver als die Schaafheimer, dass sie um den Aufstieg kämpfen wollen. Dass Harvey Ridings (Umzug in die USA) und Yordan Kungalov (Karriereende) nicht mehr dabei sind, schmerzt zwar, dürfte in anderen Limits aber beispielsweise durch die Verpflichtung des bundesligaerfahrenen Timur Seidel kompensiert worden sein.

Niedernberg als Sprungbrett

Im Saldo der Zu- und Abgänge haben letztlich aber auch der KSC Niedernberg und der TSV Gailbach aufgerüstet. Die Gailbacher hatten vergangene Runde zudem enormes Verletzungspech, was das tatsächliche Niveau ihres Kaders etwas verschleierte. Die Niedernberger wurden auf der Suche nach Verstärkungen einmal mehr auch im Ausland fündig. Für den Italiener Luca Dariozzi (jetzt Markneukirchen) war der KSC Germania bereits das Sprungbrett in die 1. Bundesliga. Der SC Großostheim holte unter anderem Alexandru Asan zurück und spielte seine Kontakte nach Ungarn aus.

Da auch der SV Fahrenbach ob seiner starken Ausländerachse – maximal vier dürfen in der Zehnerformation eines Oberligisten aufgeboten werden – alles andere als Fallobst ist und der KSV Rimbach II aus einer Fülle von eigenen Toptalenten schöpft, ist in etlichen Duellen Hochspannung garantiert.

Quelle: Main-Echo | Verfasser: Jens Dörr