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Main-Echo: RWG Mömbris-Königshofen holt Seidel und plant den Angriff auf die 2. Liga

Zwei Ringer feiern beim Oberligisten ihr Comeback

Rin­ger-Ober­li­gist RWG Möm­b­ris/Kö­n­igs­ho­fen hat sei­ne Ka­der­pla­nung für die Sai­son 2022 fast ab­ge­sch­los­sen. Die Wett­kampf­ge­mein­schaft aus KSC Möm­b­ris und SV Kö­n­igs­ho­fen, die bis 2015 mehr als drei Jahr­zehn­te lang in der 1. Bun­des­li­ga kämpf­te, nimmt in der kom­men­den Run­de den Auf­s­tieg in die 2. Bun­des­li­ga ins Vi­sier.

Dort hätten die Kahlgründer schon in diesem Jahr ringen können: Nach dem Abbruch der Oberliga-Saison 2021 und zur Wiedereinführung der 2. Bundesliga zwischen 1. Bundesliga und den höchsten Landesklassen (wie der Oberliga Hessen) in 2022 bot der Deutsche Ringer-Bund (DRB) der RWG am Jahresende den Aufstieg an. Mömbris/Königshofen war bei Saisonabbruch im November Oberliga-Zweiter hinter dem KSV Rimbach gewesen. Die Rimbacher nahmen den Aufstieg wahr, unterm Strich konnte der DRB aber nur 15 der 16 Plätze in der zweigleisigen 2. Liga besetzen. Das Angebot des Verbands lehnte die RWG jedoch ab.

Ein Jahr wachsen lassen

Zur Begründung verweist in Benjamin Hofmann der Vorstand Sport des KSC Mömbris und Mannschaftsführer der Ringer-Wettkampfgemeinschaft auch jetzt noch einmal darauf, dass die Anfrage des DRB zu einem ungünstigen Zeitpunkt rund um Weihnachten und Silvester gekommen sei und man die weitreichende Entscheidung sehr schnell hätte treffen müssen. »Wir wollen das lieber noch ein Jahr wachsen lassen«, sagt Hofmann. Sprich: 2022 eine weitere Saison an der Spitze der Oberliga Hessen mitmischen und dann im Erfolgsfall tatsächlich den Aufstieg ins Bundesliga-Unterhaus realisieren. Auch wenn der DRB angesichts von nur drei durch Aufsteiger neu zu besetzenden Plätze in der 2. Liga noch die Antwort schuldig ist, nach welchem Modus diese von doppelt so vielen Meistern der höchsten Landesklassen ermittelt werden sollen.

In der am 24. September startenden Oberliga-Saison wird die RWG Mömbris/Königshofen jedenfalls zu den Meisterschaftsfavoriten gehören – und nimmt diese Rolle an: »Wir haben durch die Bank eine gute Truppe«, sagt Hofmann. »Wir stehen in den mittleren Gewichtsklassen stabil und unsere Ausländer sind alle Siegringer.« Dazu gehören dem Kader deutsche Asse wie Simon Scheibein an. »Uns muss erstmal jemand schlagen«, sagt Hofmann selbstbewusst.

Sein Optimismus hat weitere gute Gründe. In der Vorsaison gewann die RWG alle Duelle am Untermain und im Bachgau, verlor lediglich knapp in Rimbach und Fahrenbach. Und hat mit einer Ausnahme sämtliche Sportler für eine weitere Runde an sich gebunden: »Unser einziger Abgang wird Harvey Ridings sein«, sagt Hofmann über den jungen Engländer, der sich im 57-Kilo-Freistil-Limit zwei Monate lang in die Herzen der Mömbriser gerungen hatte. Ridings will künftig in den USA sportlich und beruflich Fuß fassen. Zwar gebe es noch eine Resthoffnung auf seinen Verbleib, doch derzeit plane man in seinem Limit mit dem 19-jährigen Bulgaren Ivaylo Tisov. »Er kann Freistil und Greco ringen«, so Hofmann. »Dennoch würden wir für die 57-Kilo-Klasse gern noch einen Ringer holen.« Auch für die beiden schwersten Klassen würde sich die RWG im Optimalfall gern noch mit einem deutschen Sportler verstärken. Maximal drei Ausländer darf ein Oberligist in seiner Zehnerformation aufbieten.

Gelungene Verstärkung

Gelungen ist die deutsche Verstärkung bereits im 71-Kilo-Freistil-Limit: Für diese Klasse kommt Timur Seidel zur RWG. Seidel stand zuletzt im Bundesliga-Kader des SC Kleinostheim, ohne zum Einsatz zu kommen. Dennoch bringt er Erfahrung aus dem Oberhaus mit. »Er ist ein Punktegarant«, freut sich Benjamin Hofmann über die Verpflichtung. Um dann fast beiläufig anzumerken, dass »ich nun auch selber wieder zur Verfügung stehe«. Hofmann, einst Nationalkader-Ringer im Nationalteam und vor seiner Rückkehr in den Kahlgrund bis 2018 noch für Erstligist Kleinostheim aktiv, will in dieser Oberliga-Saison im klassischen 75-Kilo-Limit auf die Matte zurückkehren. Früher rang Hofmann in den Greco-Klassen bis 66 und 71 Kilo.

Zu guter Letzt vermeldet der Mömbriser Sportvorstand ein zweites Comeback: »Sebastian Fersch steht uns ebenfalls wieder zur Verfügung und damit ein guter Angriffsringer, der in den Freistil-Klassen bis 80 und 86 Kilo flexibel einsetzbar ist.« Fersch rang zuletzt 2019 für die RWG, pausierte dann unter anderem wegen Rückenproblemen. Konstanz gibt es auch im Trainer-Team: Als Coachs fungieren ein weiteres Jahr Ahmed Cakici (Freistil) und Rainer Oehme (Griechisch-römisch)

Quelle: Main-Echo | Verfasser: Jens Dörr