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Main-Echo: Hösbach und Rimbach kämpfen um den Aufstieg: Oberliga-Clubs erwarten Duo im Meisterschaftsrennen ganz oben

Zum Start der höchsten Landesklasse, als zweithöchste deutsche Ebene direkt unter der dreigleisigen Bundesliga angesiedelt, treffen am 7. September der KSC Hösbach und der KSV Rimbach im Hösbacher Kultur- und Sportpark aufeinander. Genau diese beiden Clubs sehen die Konkurrenten fast ausnahmslos ganz vorne.

Sogar die Hösbacher selbst nennen als Saisonziel einen Spitzenplatz und machen schon seit Monaten keinen Hehl daraus, in dieser Runde Meisterschaft und Bundesliga-Aufstieg ins Visier zu nehmen. Wofür sie sich nicht nur den per se kämpferischen Namen »Germania Vikings« (Wikinger) verpasst haben und unter diesem Zusatz den nächsten Schritt in der Entwicklung des traditionsreichen Ringerstandorts Hösbach machen wollen.

Personell aufgerüstet

Der Kraftsportclub hat sich auch personell gerüstet für die einmal mehr bärenstark besetzte, immer mehr an die ehemalige 2. Bundesliga erinnernde Oberliga. Vier Neue, teils mit Bundesliga-Erfahrung, sollen regelmäßig punkten. Mit Ausnahme von Tobias Jung, der seine Karriere wegen einer Verletzung beenden musste, verloren die Unterfranken nur einen Leistungsträger.

Und sollten sich mit den Rimbachern, die unter anderem auf einen neuen Ungarn und zwei Polen setzen, aber auch den aus Groß-Zimmern stammenden Ex-Erstliga-Mann Marcel Fröhlich von der FSV Münster verpflichteten, mindestens auf Augenhöhe bewegen.

Die anderen Clubs sehen die Hösbacher sämtlich als Titelanwärter, während Rimbach (eigenes offizielles Ziel: vorderer Mittelfeldplatz) »nur« viermal genannt wird. Eher kleine Aussichten auf die Wiederholung der Vorjahresmeisterschaft gestehen die Prognosen der Vereine dem KSC Niedernberg zu. Der Kraftsportclub Germania verzichtete auf die Bundesliga, stellte sich Anfang des Jahres im Vorstand neu auf und backt nun etwas kleinere Brötchen. »Unsere Abgänge konnten wir qualitativ nicht eins zu eins ersetzen«, geht der neue Vorsitzende und Aktive Aaron Sommer selbst nicht davon aus, dass die Niedernberger erneut den Platz an der Sonne einnehmen können. Insbesondere Dionysios Safaridis und Waldemar Streib hinterließen Lücken.

RWG im Dunstkreis

Das gilt bei der RWG Mömbris/Königshofen, die sich als weiteres Team mindestens im Dunstkreis der beiden Topfavoriten Hösbach und Rimbach bewegen dürften, zwar auch mit den Abgängen der beiden Bulgaren Vasil Bimbalov und Yordan Kungalov sowie vor allem dem von Eigengewächs und Toptalent Tino Rettinger, der zu Bundesligist SC Kleinostheim wechselte.

Die Zugänge lassen allerdings aufhorchen: Erik Tangel, Sebastian Fersch (beide SC Kleinostheim) sowie Ali Can Cakici (SV Alemania Nackenheim) rangen zuletzt in der Bundesliga. Und dann noch ein ganz großer Name: Johan Magnus Euren. Der Schwede, einst Olympia-Dritter, kämpfte zuletzt für den KSV Ispringen in der sich vom Deutschen Ringer-Bund und dessen Bundesliga absondernden Deutschen Ringer Liga (DRL).

Vielen RWG-Fans ist er aus glorreicheren Zeiten noch als Publikumsliebling in Erinnerung. Ob das Greco-Schwergewicht, das in der Oberliga noch immer die 4:0-Siege in Serie einfahren dürfte, zu jeder Partie in den Kahlgrund kommt, darf bezweifelt werden. Allein die Hoffnung, den skandinavischen Koloss geboten zu bekommen, dürfte jedoch stets ein paar Anhänger mehr an die Matte im Bergheim Königshofen locken.

Sehr solide aufgestellt hat sich zudem der letztjährige, verlustpunktfreie Hessenliga-Meister TSV Gailbach, der deutlich stärker als Mitaufsteiger KSV Neu-Isenburg einzuschätzen ist. Trotz fehlender Abgänge und mehrerer Verstärkungen muss sich die Mannschaft von Trainer Christian Schöfer, der in dieser Saison erstmals auch selbst für den Aschaffenburger Stadtteil-Club Wertungen erzielen will, nun jedoch wieder mit der ein oder anderen Niederlage arrangieren.

Etwas im Schatten der vier anderen unterfränkischen Vereine scheint zudem der SC Großostheim zu stehen, der auf den ersten Blick etwas schwächer geworden ist. Was mit dem Karriereende von Schwergewicht Damian Patalong, aber auch mit den Abgängen der beiden Ungarn David Kecskemeti und Alex Szöke zusammenhängt.

Der Blick nach unten schlägt allerdings auch in dieser Saison nicht allzu sehr aufs Gemüt: Der Oberliga-Letzte hat ein Abstiegsrecht, muss aber nicht zwangsläufig in die Hessenliga absteigen.

Das Ziel des Hessischen Ringer-Verbands für 2020 sind vier Ligen (Oberliga, Hessenliga, die neue Landesliga und die dann eingleisige Verbandsliga), die allesamt mindestens acht Mannschaften umfassen. Sollte der diesjährige Oberliga-Meister in die Bundesliga hochgehen, worauf man bei Hösbach und Rimbach recht klar hoffen darf, würde (im Falle des wahrscheinlichen Klassenerhalts von Bundesligist SC Kleinostheim, der erst Ende September nach der Ringer-WM startet) ein freiwilliger Absteiger aus der Oberliga – wie in der Vorsaison der ASV Schaafheim – den Plan jedoch zunichte machen.

Quelle: Main-Echo.de | Verfasser: Jens Dörr