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Ringen im Kahlgrund: Die RWG-Dominanz beginnt

Der Zusammenschluss der Mömbriser und der Königshofener Ringer zur RWG Mömbris-Königshofen war keine Liebesheirat, sondern eine Zweckehe. Beide Orte waren sich schon geographisch sehr nahe. Mit der neuen Doppelturnhalle in Schimborn stand eine geeignete Wettkampfstätte   zur Verfügung. Schon in der 1. Saison der RWG, 1978, wurde das junge Bündnis Meister der 2. Bundesliga, scheiterte jedoch in den Aufstiegskämpfen an dem TV Walheim. Im nächsten Jahr konnte der Titelgewinn wiederholt werden. Im Aufstiegskampf gegen Rheydt war man chancenlos. 1980 und 1981 wurde die RWG Dritter, 1982 wurde man Meister. In zwei unvergessenen Aufstiegskämpfen wurde die mit Spitzenringern gespickte Staffel des KSV Elgershausen bezwungen. Im Kahlgrund brach eine regelrechte Ringkampfeuphorie aus. So reisten die Kahlgründer mit fünf vollen Bussen nach Nordhessen. Allein die Fans aus Brücken-Niedersteinbach füllten drei Busse.

Die RWG setzte voll auf Jugendarbeit. Man trat weitestgehend mit eigenen Kräften an. Die Kahlgründer brachte drei absolute Weltklasseringer heraus: Rainer Heugabel, Peter Behl und Roger Gries. Arnold Behl führte gekonnt den Verein, insgesamt rekordverdächtige 40 Jahre.

Die Halle in Schimborn war immer gut gefüllt. Die Fans waren einfach heiß auf die Bundesliga. Allerdings zeigte es sich, dass die Staffel nur bedingt bundesligareif war. Mit nur einem Sieg mussten die RWG-Ringer absteigen.

Nach der RWG war inzwischen Wasserlos die unbestrittene Nummer 2 im Kahlgrund. Die Staffel mit Peter und Gerhard Huth und Wolfgang Seipel landete in der 2. Bundesliga auf starken Mittelplätzen. Alzenau mit den Amrhein-Brüdern hielt sich in der Oberliga gut. Und die Hörsteiner Staffel, ebenfalls in der Oberliga, mit Sigi Müller und Karlheinz Föller, hatte in den achtziger Jahren ihre beste Zeit. Schleichend abwärts ging es mit den Kahlern und den Dettingern, nachdem Athleten wie Benno Stock, Harald Heuser, Wilhelm Barie, Uwe Karsten und andere nicht mehr zur Verfügung standen.

Meister der 2. Bundesliga

1984 wurde die RWG zum vierten Mal in sieben Jahren ihres Bestehens Meister der 2. Bundesliga Mitte. Wieder war der Gegner in den Aufstiegskämpfen der KSV Elgershausen. Wieder setzte sich die RWG knapp durch. Nachdem man ab 1985 nie mehr etwas mit dem Abstieg zu tun hatte, setzte man sich neue Ziele: Das Erreichen der Endrunde. Der Wettstreit mit dem Nachbarn aus Goldbach war das große Thema der Ringerszene. Die Kämpfe der beiden Kontrahenten war der absolute Höhepunkt des Jahres, wobei die Aschaffenburger Vorstädter meist das bessere Ende für sich hatten. Ein besonderes Datum war der 1. November 1988. Denn das war der letzte Kampf der Goldbacher in Schimborn. Ab sofort mussten sich die Kahlgründer immer eine andere Halle suchen, wenn es gegen Goldbach ging: Die Reuschberghalle in Hörstein, die Maingauhalle in Kleinostheim oder die Unterhallenhalle in Aschaffenburg. Am angesprochenen 1.11.1988 waren 1700 Ringerfans in der Schimborner Halle. Das war einfach zu viel.