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Franz Hammer. David fordert den Goliath

In dieser Rubrik geht es um längst vergessene Geschichtchen, die eigentlich unwichtig sind, die aber ein Schmunzeln oder einen kurzen gedanklichen Ausflug in die Vergangenheit bewirken.

In den siebziger und achtziger Jahren besetzte Wolfgang Ries bei den Mainzer 88ern das Schwergewicht. Der war ein knorriger, mit allen Wassern gewaschener Routinier.

Damals stand Lothar Schächtele bei der RWG in der Regel im Schwergewicht. Lothar war eigentlich ein sehr guter Mann. Ries aber war für ihn ein Angstgegner. Und so kam es, dass Lothar häufig, wenn es gegen Mainz ging, leicht verletzt war, oder ein unaufschiebbarer Termin wartete. Einmal musste ihn Franz Hammer gegen Ries vertreten. Franz kämpfte meist in der 2. Mannschaft im Mittelgewicht. Er war technisch gut, mit einer starken Physis ausgestattet, mutig. Aber gegen Ries? Mit einem Gewichtsnachteil von über 30 kg? Gegen einen Ringer, der mehrfach auf dem Treppchen einer deutschen Meisterschaft stand?

So befand sich der lange Mainzer auch meist im Vorwärtsgang. Er warf seinen Größen- und Gewichtsvorteil in die Waagschale. Viermal gelang es Ries Hammer in die Unterlage zu bringen. Das brachte vier Punkte. Aber Franz kam zweimal mit seinem Armdrehgriff durch. Das brachte ebenfalls vier Punkte, war aber die höhere Wertung. Punktsieger: Franz Hammer. Eine sportliche Sensation. Das dürfte so in den frühen Achtzigern geschehen sein.

Lang, lang ist’s her.