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Portrait: Phil Brown

Wie die Weltpolitik das Schicksal eines Provinzvereines beeinflussen kann, zeigt das Beispiel Phil Brown. Denn der Berufssoldat musste mitten während der Endrunde zur deutschen Mannschaftsmeisterschaft 1991 für sein Land in den Golfkrieg ziehen und stand der RWG nicht mehr zur Verfügung. Er war für das Mittelgewicht/Freistil vorgesehen. Er machte später keinen Kampf mehr für die RWG.

Als seine Einheit noch im Bayerischen Wald stationiert war, ging er für den ATSV Kelheim auf die Matte und hatte sowohl als Sportler, als auch als Mensch einen hervorragenden Ruf. Nach seiner Versetzung nach Gießen, schloss er sich der RWG an. Den Verantwortlichen der RWG war damals nicht klar, welches Juwel sie an Land gezogen hatten.                        

Für die RWG ging Brown immer im Mittelgewicht/Freistil auf die Matte. Dabei gehörte er der US-amerikanischen Griechisch-Römisch-Nationalmannschaft an. Seine Kämpfen in der Bundesliga gewann er bis auf einen alle. Dem Schifferstadter Pawel Krupinski unterlag er. Doch im nächsten Kampf nahm er Revanche. Sekunden vor Schluss lag er mit 0:2 zurück. Mit einem klassischen Griff schaffte er den Ausgleich, um in der Verlängerung mit 5:2 zu gewinnen. Legendär auch sein Kampf gegen den jetzigen RWG-Trainer Ahmed Cakici, der damals das Goldbacher Trikot trug. Ahmed war ein absoluter Weltklassemann. Der Kampf fand im Mittelgewicht statt. Das Goldbacher Vereinsheft stilisierte den Kampf zu einer Auseinandersetzung zwischen einer „ringerischen Intelligenz“ (Cakici) und dem „schwarzen Kraftmeier“ (Brown) hoch; was durchaus rassistische Züge hatte. Übrigens gewann der Kraftmeier mit 4:2.

Phil war ein hochintelligenter, sensibler Mensch. Im Zivilberuf ist er Lehrer. Er ist verheiratet und hat eine Tochter, die Jahre später bei der RWG ein Praktikum machte. Beim Ringen imponierten seine vielseitige Technik und seine Nervenstärke.

Er hatte gar nichts vom berühmten Ringerstil an sich, wo man sehr hart, ja manchmal mit Mitteln an der Grenze zur Unfairness den Sieg sucht.

Phil Brown hat die RWG bereichert. Wer ihn kannte, der muss vor ihm Respekt haben.