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Main-Echo: Tätlichkeit entscheidet Spitzenkampf

In der Rin­ger-Ober­li­ga ist der Weg zur Meis­ter­schaft und der Teil­nah­me an den Auf­s­tiegs­kämp­fen zur 2. Bun­des­li­ga nach dem ers­ten Rückrun­den-Kampf­tag für den TSV Gail­bach noch frei­er ge­wor­den:

Am Kerb-Wochenende setzte sich der Aschaffenburger Stadtteil-Verein nicht nur im erneut dramatischen Derby und Spitzenkampf gegen den ASV Schaafheim durch, sondern profitierte auch von einem abermaligen Ausrutscher der RWG Mömbris/Königshofen. Erster Verfolger ist nun der SV Fahrenbach, der fünf Kampftage vor Schluss aber schon vier Punkte Rückstand hat.

Die Gailbacher setzten sich gegen Schaafheim vor offiziell 250 Zuschauern in der stimmungsgeladenen TSV-Halle mit 17:15 durch. Die Gäste hatten alle Register gezogen, um sich für die Hinrunden-Niederlage zu revanchieren. Mehrere Sportler hatten viel Gewicht gemacht und tauchten in neuen Limits auf. »Wir wollten den Gailbachern die Kerb versauen«, sagte in Michael Trippel der Sportliche Leiter der »Bachgau-Bären«. »Wir haben alles dafür getan, den Kampf zu gewinnen.«

Strah erleidet Platzwunde

Doch das misslang – speziell wegen einer brisanten Szene im Duell der 86-Kilo-Freistil-Klasse zwischen dem Gailbacher Dumitruh Strah und dem Schaafheimer Ringertrainer Marcus Plodek. »Marcus sah offensiver aus, konnte seine optische und körperliche Überlegenheit aber nicht so in Punkte umsetzen, wie wir es uns gedacht hatten«, berichtete Trippel. Beim Stand von 3:4 sah Plodek in Runde zwei plötzlich die Rote Karte: Kampfrichterin Martina Gebel hatte eine Tätlichkeit des Schaafheimers gesehen. »Marcus wollte wohl nach dem Kopf von Strah fassen und in runterreißen«, so Trippel zur unübersichtlichen Szene, in der man Plodek aus seiner Sicht nicht zwingend unsportliche Absicht habe unterstellen können. Strah erlitt eine Platzwunde, Plodek war ob seiner drohenden Sperre und vor allem der 0:4-Wertung seines Kampfs (der sonst wohl 0:1 oder 1:0 geendet hätte) ein Häufchen Elend. »Marcus war der todtraurigste Mensch des Abends«, sagte Trippel, der aber auch dem Gegner Respekt zollte: »Man muss anerkennen, dass Gailbach sehr gut gefightet hat!«

Statt traurig äußerst erleichtert war man am Samstag zur selben Zeit beim KSC Niedernberg. Im Untermain-Duell setzte sich der Kraftsportclub Germania gegen die RWG Mömbris/Königshofen mit 19:15 durch, fuhr damit den ersten Saisonsieg ein und gab die Rote Laterne an den KSV Rimbach II ab. Die ohnehin gebeutelte RWG musste dabei die Aufgabe von Florian Lamm verkraften, der sich nach einer Minute verletzte und nach anfänglicher Führung alle Zähler seinem Niedernberger Gegner überlassen musste. Ohne dieses Vorkommnis wäre die Begegnung wohl auf ein Unentschieden hinausgelaufen. Erstmals im Halbschwer- statt im Schwergewicht lief für die Hausherren der Grieche und Klassiker Michael Iosofidis auf – und schulterte Yaroslav Lavrov nach abwechslungsreichem Beginn in der zweiten Minute.

Der SC Großostheim unterlag beim SV Fahrenbach mit 10:22 und kam über drei Siege nicht hinaus.

Quelle: Main-Echo | Verfasser: Jens Dörr