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Main-Echo: Schaafheim will Trainer »weiter stützen«

In der Rin­ger-Ober­li­ga Hes­sen hat sich der ASV Schaaf­heim am ver­gan­ge­nen Sams­tag durch ein 15:17 beim Ta­bel­len­füh­rer TSV Gail­bach aus dem Meis­ter­schafts­ren­nen ver­ab­schie­det.

Über die sportliche Niederlage hinaus stand unter der Woche aber auch die Aufarbeitung des heiß diskutierten Vorfalls um Ringertrainer Marcus Plodek auf der To-do-Liste der Bachgau-Bären.

Die Schaafheimer hatten in Gailbach alle Register gezogen, um sich für die Hinrunden-Niederlage zu revanchieren. Mehrere Sportler hatten viel Gewicht gemacht und waren in neuen Limits aufgetaucht. Tatsächlich war zumindest ein Unentschieden noch bis in die abschließenden Weltergewichte hinein möglich.

Doch dazu (oder gar mehr) kam es nicht – speziell wegen einer brisanten Szene im Duell der 86-Kilo-Freistil-Klasse zwischen dem Gailbacher Dumitruh Strah und dem Schaafheimer Ringertrainer Marcus Plodek. Beim Stand von 3:4 aus Plodeks Sicht in Runde zwei kam es plötzlich zur schwer verdaulichen, durch ein Video aus der Gailbacher Ecke dokumentierten Aktion des ehemaligen Bundesliga-Ringers: Plodek versetzte Strah im Standkampf einen Kinnhaken.

Was im Boxen ein probates Mittel gewesen wäre, war im Ringen eine Tätlichkeit – und wurde von Kampfrichterin Martina Gebel korrekt mit Rot und einer 4:0-Wertung für Strah geahndet. Plodek, der damit für den Kampf dieses Wochenende bei der RWG Mömbris/Königshofen gesperrt ist, war hernach untröstlich und bei vielen freilich trotzdem der Buhmann.

Sportlicher Leiter: Geht gar nicht

Schaafheims Sportlicher Leiter Michael Trippel war selbst zu Beginn der neuen Woche noch zwiegespalten, was seinen Umgang mit dem Vorkommnis und dem Ur-Schaafheimer, der schon deutscher Meister im Freistil-Mittelgewicht war, betraf. »Das geht gar nicht, da gibt es keine zwei Meinungen«, redete Trippel den Faustschlag von unten gegen Strahs Kinn nicht mehr schön. Am Samstag, als Trippel das Video noch nicht gesehen hatte, hatte er sich noch neutraler geäußert. Für diese Woche kündigte Trippel außerdem eine Entschuldigung Plodeks bei Strah an. Für den Verein habe er sich bereits beim TSV Gailbach entschuldigt. »Wir werden Marcus aber weiter stützen«, so Trippel. »Er ist unser Trainer und ein super Typ. Wir stehen hinter ihm!«

Über den ersten Saisonsieg durfte sich am Samstag unterdessen der KSC Niedernberg freuen, der durch die zwei Zähler gegen Mömbris/Königshofen den letzten Platz verließ. Auch am Samstag im Derby beim SC Großostheim rechnet sich der Oberligist etwas aus. Gelingt ein Sieg, würde man die Frankonia überflügeln.

Quelle: Main-Echo | Verfasser: Jens Dörr