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RWG Inside im Interview mit Harvey Ridings

Mit Harvey Ridings konnten wir einen jungen Nachwuchsringer aus Großbritannien verpflichten. Der 18-jährige kommt aus der Nähe von Manchester und ringt für den „Aspull Warriors Wrestling Club“.

Harvey war bereits acht Mal nationaler Meister und ist dies auch aktuell. Bei der Europäischen Jugendolympiade durfte er das Team Großbritannien in Aserbaidschan vertreten. Bei den Tallinn Open, einem Internationalen Turnier, belegte er 2019 den 2. Platz.

Hallo Harvey. Willkommen bei der RWG. Wie bist du zu uns in den Kahlgrund gekommen?

Ich hörte zum ersten Mal von meinem Freund Bredi Slinkers, der für die Niederländische Nationalmannschaft ringt und in der Bundesliga für den KSV Witten, das die RWG einen Ringer in meiner Gewichtsklasse sucht. Dann erhielt ich eine Nachricht von Christian Volk, mit dessen Familie ich jetzt auch zusammen lebe. Wir haben uns kurz unterhalten und ich habe einige Videos meiner Kämpfe geschickt. Nach kurzer Absprache mit den Trainern und der sportlichen Führung, waren wir uns schnell einig.

Wie bist du zum Ringen gekommen? Dies ist nicht gerade die Sportart Nummer eins in England.

Ich wurde zum ersten Mal mit 4 Jahren zu einem Ringerverein gebracht. Mein Vater ist großer Fan von „harten“ Sportarten wie Rugby, oder Kontaktsportarten. Als er sah das in der Nähe meines Wohnortes Ringen angeboten wird, brachte er mich zum Training und für mich war schnell klar, das dies meine Sportart ist.

Wie war deine Vorbereitung auf die aktuelle Saison in Deutschland?

Meine Vorbereitung startete schon im März. Es war für uns Sportler wegen der Corona Situation schwierig, ordentlich zu trainieren. Am Jahresanfang waren unsere Trainingshallen gesperrt.

Im Juni konnte ich bei einem Internationalen Turnier in Italien teilnehmen. Ich konnte dort gegen ältere und erfahrenere Athleten immerhin einen 3. Platz erkämpfen. Ich war mit meinen 18 Jahren der jüngste Teilnehmer in dieser Gewichtsklasse. Hier in Deutschland beginnt mein Tag mit einer Runde Joggen, gehe in das Fitness Studio in Mömbris und trainiere natürlich bei der RWG auf der Matte.

Was sind deine Ziele für Saison 2021?

Ich möchte mit der RWG natürlich die bestmögliche Platzierung erreichen. Dafür werde ich versuchen alles zu geben, um der Mannschaft zu helfen. Ich möchte die Möglichkeit nutzen, um mich perönlich zu verbessern. Die Trainingsbedigungen in Deutschland sind wirklich gut. Mit Simon Scheibein und Bayram Shaban habe ich super Trainingspartner. Alle Seiten können von der Zusammenarbeit profitieren.

Gibt es andere Sportarten die dich noch interessieren?

Also MMA finde ich wirklich super. Ich habe es auch schon ausprobiert. Als Ringer kann man hier so manche Technik nutzen. Es ist ein gefährlicher Sport, aber er reizt mich schon. Vielleicht werde ich irgendwann mal in den „Käfig“ steigen. Aber Ringen wird immer meine Nummer eins bleiben. Dies ist seit 14 Jahren mein Leben.

Wie motivierst du dich vor einem Kampf?

Ich denke oft an die Menschen, die an mir gezweifelt haben. Das motiviert mich am meisten. Wenn ich den Menschen zeigen kann, das ich doch nicht so unbegabt bin. Außerdem denke ich daran das ich mein Land und meine Familie hier repräsentiere. Nicht zuletzt möchte ich natürlich für die Mannschaft alles geben.

Wie findest du die Atmosphäre in der RWG-Arena?

Die Atmosphäre ist der Wahnsinn. Ich liebe es wenn die Fans hinter dir stehen, dich unterstützen und dich anfeuern. Das kannte ich so noch nicht. Aber es gibt dir den letzten „Kick“ den du für den Kampf brauchst.

Nach dem Match ein Bier mit dem Team, oder eine Kampfanalyse?

Die Zeit mit der Mannschaft nach dem Kampf ist sehr wichtig. Die Analyse mache ich meistens einen Tag später. Ob das Team gewinnt, oder verliert, man sollte immer zusammen stehen und natürlich feiern. Jeder arbeitet die ganze Woche hart und deshalb sollte man nach dem Kampf auch mal feiern und sich belohnen.  

Was sind deine sportlichen und privaten Ziele?

Ein kurfristiges Ziel ist bei den Commonwealth Spielen im nächsten Jahr im August eine Medaille zu holen. Ich glaube mit einer optimalen Vorbereitung ist das durchaus möglich. Eine Medaille bei Europa-, Weltmeisterschaften, oder Olympischen Spielen, ist natürlich der Wunsch von jedem Sportler. Eigentlich möchte ich mein Geld im Sport verdienen. Das wird im Ringen aber nur schwer möglich sein. Im Moment genieße ich einfach die Zeit und bin dankbar das es mir möglich ist verschieden Länder zu besuchen.

Werden wir dich noch länger bei der RWG sehen?

Ich hoffe es. Es ist das erste Mal das ich für ein deutsches Team antreten darf. Die Jungs der RWG sind großartig und ich fühle mich sehr wohl. Es gibt im Moment keinen Grund für ein anderes Team zu kämpfen. Ein Problem ist noch die Sprache, aber ein wenig deutsch kann ich schon sprechen. Und nach ein paar Bier klappt es auch mit dem Englisch bei den Jungs besser (lacht).

Danke für das Interview und viel Erfolg für die kommenden Kämpfe!