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Main-Echo: RWG setzt das erste Ausrufezeichen – Großostheims Ringer halten gegen Topfavoriten gut mit

Am ers­ten Kampf­tag der Rin­ger-Lan­des­klas­sen ha­ben die Un­ter­main-Ve­r­ei­ne nach 20-mo­na­ti­ger Zwangs­pau­se so­wohl in der Ober­li­ga als auch in der Hes­sen­li­ga ei­nen gu­ten Ein­druck hin­ter­las­sen. Vor al­lem die RWG Möm­b­ris/Kö­n­igs­ho­fen setz­te im Ober­li­ga-Der­by ge­gen den TSV Gail­bach ein Aus­ru­fe­zei­chen.

Denn das 18:5 der RWG fiel im stimmungsvollen Bergheim Königshofen klarer aus als erwartet. Die Gastgeber setzten sich in acht der zehn Duelle durch. »Das war für uns ein sehr guter Kampf«, freute sich Benjamin Hofmann, Vorsitzender der »Kahlgrund-Fighters«. Man habe »alle Ringer wie geplant auf die Matte bringen können«.

Shaban spektakulär

Auch der aus Nackenheim gekommene, zuletzt lange pausierende Last-Minute-Transfer Bayram Shaban wirkte mit und punktete im 66-Kilo-Freistil-Limit den frisch gebackenen deutschen Meister der A-Jugend, Nico Tauber, nach einem Ritt über 12:1 und 12:9 noch spektakulär mit 24:9 aus. »Er wird auch für die nächsten Kämpfe eine Waffe sein«, sagte Hofmann.

Darüber hinaus überzeugten bei der RWG der 18-jährige Engländer Harvey Ridings im 57-Kilo-Freistil-Limit und der Schwede Oscar Johansson im Greco-Schwergewicht. »Harvey ist technisch sehr stark«, meinte Hofmann. Johansson machte gegen den einst international ringenden, 15 Kilo schwereren Gailbacher Vorsitzenden Felix Radinger ebenfalls einen guten Kampf. »Einen Felix Radinger muss man erstmal so bewegen, dass er zweimal in die Bodenlage geschickt wird«, zollte ein rundum zufriedener Hofmann dem 93-Kilo-Athleten seinen Respekt.

»Sehr schwere Runde für uns«

Anders die Lage beim ursprünglich mitfavorisierten TSV Gailbach: »Wir haben große Verletzungssorgen«, sagte Trainer Christian Schöfer und zählte auf: »Erik Tangel hat sich am Fuß verletzt, Timo Schadler sich seinen dritten Kreuzbandriss zugezogen. Mehrere Ringer haben angeschlagen und in der falschen Gewichtsklasse gerungen. Der Schiedsrichter war auch schwach, Stefan Sigler und Felix Radinger wurden verpfiffen. Von den Kämpfen her hätte es 5:5 ausgehen können. Es wird eine sehr schwere Runde für uns. Wir waren kurz davor, den Kampf abzusagen.«

Zu den drei Siegern des ersten Oberliga-Kampftags zählte der ASV Schaafheim. Das 17:14 beim SV Fahrenbach verdankten die Bachgauer unter anderem ihrer Überlegenheit in den drei niedrigsten Gewichtsklassen: Dort siegte Eigengewächs Eliah Lucyga in seinem ersten Oberliga-Kampf ebenso wie Lukas Buchheimer und der kroatische Zugang Tony Brala, der bei seinem technisch überlegenen Sieg gegen Leonid Axt seine guten Trainingsleistungen bestätigte. Rückkehrer Lucas Diehl gelang nach zwei harten Bundesliga-Jahren in Kleinostheim das Oberliga-Comeback mit einem Schultersieg. In Milad Dehghan setzte sich ein weiterer Rückkehrer durch, auch Julian Höreth punktete für Schaafheim. Fahrenbach betrieb erst in den abschließenden Weltergewichten Ergebniskosmetik; zuvor hatten die Schaafheimer schon 17:6 geführt.

Der SC Großostheim verlangte dem Aufstiegsfavoriten KSV Rimbach alles ab, unterlag aber mit 14:19. Bis zu den finalen 75-Kilo-Kämpfen lagen die Gastgeber gar mit 14:13 in Front. Neben Klubchef Simon Pilzweger hinterließen auch die weiteren Großostheimer Sieger Viktor Terzi, Zoltan Szep und Bence Fulai einen starken Eindruck. Terzi und Fulai, die jeweils Vierer holten, sind neu im Team. Szep schulterte den sechs Kilo schwereren Vladimir Stanco sieben Sekunden vor Schluss.

«Überspringer« Goldbach siegt

In der Hessenliga bewahrheitete sich die Prognose der Ligaoffiziellen, dass die Bundesliga-Reserven aus Kleinostheim und Hösbach den Ton angeben werden. Hösbach II schlug den wackeren, auf vielen Positionen aber nicht mehr so stark wie 2019 aufgestellten KSV Waldaschaff mit 17:12, Kleinostheim II setzte sich gegen den früheren Bundesligisten KSV Seeheim mit 22:10 durch. Der AC Goldbach, Verbandsliga-Meister 2019 und »Überspringer« der Landesliga, startete mit einem Sieg über den ASV Griesheim in die Hessenliga-Runde. Beim 17:14 holten auf sportlichem Weg Matthias Gerlach, Simon Steigerwald und Alexander Meßner die Maximalwertung von vier Mannschaftspunkten.

Schaafheimer 20:10

In der Landesliga ließ Meisterschaftsfavorit ASV Schaafheim II mit mehreren Athleten, die sich schon in höheren Ligen bewährt haben, nichts anbrennen und setzte sich beim SV Fahrenbach II mit 20:10 durch. Jugendringer David Bertram debütierte und siegte. Der TSV Gailbach II unterlag in Wersau zu siebt hauchdünn mit 13:14. Dieburg verlor das Derby gegen Arheilgen.

In der Verbandsliga freute sich die RWG Alzenau/Kahl nicht nur über ihr 19:8 gegen den vormaligen Hessenligisten RV Haibach, sondern auch über den Zuspruch des Publikums: 100 Zuschauer waren angesichts der Corona-Lage mit 3G-Regel und vieler paralleler Kämpfe in höheren Ligen ein guter Wert.

Quelle: Main-Echo | Verfasser: Jens Dörr

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