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Main-Echo: Ringer-Oberliga: Hösbach schlägt Gailbach und ringt künftig erstklassig

Die Ringer-Region bayerischer Untermain hat wieder zwei Bundesligisten: Der KSC Hösbach besiegte am Samstagabend den TSV Gailbach mit 30:4 und sicherte sich damit am letzten Kampftag der Oberliga-Saison den Meistertitel.

Um ein Haar hätte sogar der KSC Niedernberg noch Schützenhilfe gegen Vize-Meister KSV Rimbach geleistet, was im Jubel im Hösbacher Kultur- und Sportpark jedoch völlig unterging.

Punkt 21.09 Uhr war die Mission rechnerisch vollbracht: Bereits im siebten von zehn Kämpfen erhöhte im Freistil-Limit bis 71 Kilo Jonas Honkanen für die Gastgeber durch einen technisch überlegenen Sieg gegen den Gailbacher Karl Straub auf 21:4 – womit den »Vikings« der Heimerfolg bei noch zwölf zu vergebenden Punkten nicht mehr zu nehmen war. Das anschließende Schaulaufen nahmen die Hösbacher trotzdem noch ernst, unter anderem Vincent Scherer (17) verdiente sich durch seinen ersten Saisonsieg über TSV-Ringertrainer Christian Schöfer (30) die Anerkennung der 350 Zuschauer.

Die erste Vorfreude

20 Minuten später waren der KSC-Trainer Mario Wohlfahrt um eine Bierdusche und der Verein um den von Jens Gündling (HRV-Sportmanager) und Ramona Scherer (HRV-Vizepräsidentin) überreichten Meisterpokal reicher. Auf der anschließenden Feier im Foyer der Halle brach schon erste Vorfreude aus, natürlich stellte sich aber auch schon die ein oder andere Frage, wie es binnen weniger Kilometer ein zweiter Bundesligist neben dem fast schon etablierten SC Kleinostheim in Liga eins schaffen kann, eine sportlich gute Rolle zu spielen. Coach Wohlfahrt, der gegen Gailbach mit einem engeren Duell gerechnet hatte, was durch die TSV-Ausfälle Ion Pislaru und Manuel Schlereth (verletzte sich am Freitag im Training) und der erneut sehr geschlossenen Hösbacher Mannschaftsleistung aber nicht zustande kam, blickte optimistisch nach vorn. Einerseits gehe er davon aus, die Leistungsträger aus dem jetzigen Kader halten zu können, »auch wenn der ein oder andere natürlich auch für andere Vereine interessant geworden ist«. Andererseits wolle man »drei, vier Leute aus der Region« verpflichten.

Heiße Aktien halten die Hösbacher gewiss bei ihrem Eigengewächs Niklas Dorn, dessen Vater Roland Zweiter Vorsitzender des KSC Germania ist. Der 24-Jährige wurde im vergangenen Jahr deutscher Freistil-Meister im 65-Kilo-Limit und steht derzeit beim ASV Mainz unter Vertrag.

Ein Kader mit Möglichkeiten

Darüber hinaus werden die Hösbacher nicht umhin kommen, eine Reihe ausländischer Asse zu verpflichten, wollen sie im Oberhaus kein Kanonenfutter werden. »Unser Kader bietet dafür einige Möglichkeiten«, weiß Wohlfahrt und spielt auf das System der Ringerpunkte an. Für die Zehnerformation dürfen in der Bundesliga an jedem Kampftag 28 Ringerpunkte »ausgegeben« werden. Für Eigengewächse, von denen die Hösbacher jede Menge besitzen, werden minus zwei Punkte berechnet. Theoretisch kann der Verein deshalb sogar ein, zwei Weltmeister, die acht Punkte schwer wären, verpflichten und aufbieten. Wie auch immer man es drehe und wende: »Das wird ein Abenteuer«, so Mario Wohlfahrt – allerdings mit dem Willen, ein Team aufzubieten, das die bisherigen Topleute weiter berücksichtigt und auf die Matte bringt, und trotzdem »mit einer positiven Punktebilanz« liebäugeln können soll. Wie das funktionieren kann, mache in der Bundesliga Süd-Ost gerade Johannis Nürnberg vor.

Um ein Haar hätten die Hösbacher am Samstag übrigens verlieren können und wären dennoch Meister geworden: Der KSC Niedernberg hatte den KSV Rimbach beim 14:15 am Rande einer Niederlage. Vor dem letzten Kampf des Abends stand es 14:14. Dann unterlag Radzabs Gadzialijevs im Freistil-Weltergewicht gegen Giorgi Baliashvili beim Stand von 3:3, weil der Gegner – in der letzten Sekunde – die letzte Wertung erzielt hatte.

Die RWG Mömbris/Königshofen verlor beim SV Fahrenbach mit 6:26, strich durch Dmitri Dobrov, Maximilian Stadtmüller und Yordan Kungalov allerdings drei Siege ein. Derer zehn gelangen dem SC Großostheim zum Abschluss beim 33:0 über das punktlose Schlusslicht KSV Neu-Isenburg.

Quelle: Main-Echo.de | Verfasser: Jens Dörr