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Main-Echo: Hösbacher Ringer fegen über Rimbach hinweg: »Vikings« schon nach dem ersten Kampf Topfavorit in der Oberliga

War das ein Orkan, der am Samstagabend durch den Hösbacher Kultur- und Sportpark fegte? Oder waren es die auf einigen Positionen verstärkten »Vikings« des KSC Germania Hösbach, die da am ersten Kampftag der Ringer-Oberliga Hessen Mitfavorit KSV Rimbach beim 25:7 förmlich zerlegten?

Klar ist: Schon nach den ersten 85 Minuten, die das vermeintliche Gipfeltreffen vor den 350 Zuschauern dauerte, haben sich die Hösbacher zum alleinigen Topfavorit auf Meisterschaft und Bundesliga-Aufstieg aufgeschwungen.

Nächsten Samstag geht es nach Niedernberg, das mit einem Derby-Sieg gegen den SC Großostheim startete. Zum Auftakt siegreich war auch die RWG Mömbris/Königshofen (in Neu-Isenburg), während Aufsteiger TSV Gailbach in Fahrenbach verlor.

Mit Antony Iuliani, Claudiu-Emanuel Pal, Jozef Jaloviar und Vasile Caras boten die Hösbacher vier Zugänge in der Zehnerformation auf. Iuliani und Caras unterlagen den stärksten Rimbachern, Julien Zinser und Ringertrainer Laszlo Antunovits, der mehrmals ungarischer Meister gewesen war.

Pal und Jaloviar, der den Ex-Bundesliga-Ringer Marcel Fröhlich schulterte, bewiesen ihre Ausnahmeklasse, die vor der Runde schon Trainingspartner prognostiziert hatten.

KSC gibt sich keine Blöße

Die sechs Athleten, die für Hösbach bereits in der Vorsaison gekämpft hatten, gaben sich durchweg keine Blöße: Yannick Ott, Daniel Hugo, Steven Gottschling, Andrej Kurockin, Christoph Henn und der ins Mittelgewicht runtergegangene Niklas Schäfer gewannen ihre Vergleiche. Gottschling und Kurockin schlugen am Ende eines aus Hösbacher Sicht fulminanten Kampfabends zwei ausländische Zugänge der Rimbacher. Besonders deren neuer Mann Radian Sebestyen war im Greco-Limit bis 75 Kilo gegen den Hösbacher Andrej Kurockin überfordert und nach vier Minuten ausgepunktet.

Wer also könnte diesen Hösbachern noch gefährlich werden? Am ehesten Vorjahresmeister KSC Niedernberg, der vor 150 Derbyzuschauern den SC Großostheim mit 19:12 besiegte. »Das war ein spannender Kampfabend«, sagte Niedernbergs Trainer Mario Gattnar und verwies darauf, dass die Begegnung noch im letzten Duell zwischen Shamz Azizi und Lukas Fischmann hätte kippen können.

»Wir haben Glück gehabt, dass sich Fischmann praktisch selbst auf die Schulter gelegt hat«, sagte der Coach zu einer unglücklichen Aktion des Großostheimers, die Azizi nach wenig mehr als einer Minute die vollen vier Mannschaftszähler einbrachte und das Endergebnis herstellte. Ein Sonderlob verteilte Gattnar zudem an Mike Sell (war ins 66-Kilo-Limit hochgerückt, besiegte Alexandru Asan mit 9:8) und an Schwergewichts-Zugang Peter Dölger (Punktsieger gegen Bachuki Gavashelishvili, den die Großostheimer von Bundesligist ASV Mainz verpflichtet hatten). Ein besonderes Duell gab es in der Freistil-Klasse bis 80 Kilo: Hier standen sich in Aaron Sommer (Niedernberg) und Simon Pilzweger (Großostheim) die beiden Vereinsvorsitzenden auf der Matte gegenüber. Pilzweger setzte sich mit 3:2 durch, konnte die Niederlage des Sportclubs Frankonia aber nicht abwenden.

Eine klare Sache war das Mömbriser 25:9 bei Aufsteiger KSV Neu-Isenburg. Die Hugenottenstädter boten neben dem angekündigten Moldawier Grigoriy Zhekov zwar noch ein weiteres neues Gesicht auf und schickten Semion Brekkeli ins Greco-Weltergewicht, wo Brekkeli gegen Maximilian Stadtmüller punktete. Doch die RWG überraschte ihrerseits: Der schon als Abgang vermeldete Yordan Kungalov hatte seine Lizenz bei den Kahlgründern noch behalten und war einsatzberechtigt – was drei Mannschaftspunkten im hochklassigen Duell mit Zhekov bedeutete.

Schwede Gustafsson souverän

Für Neu-Isenburg unterstrich aus dem Aufstiegsteam vor allem Ivan Chavdari (gegen Sebastian Mayer), dass er auch eine Etage höher punkten kann. Die Mömbriser stellten im Greco-Schwergewicht zwar nicht den Olympia-Dritten Johann Euren, mit Johann Gustafsson aber einen anderen starken Schweden. Er punktete den 16 Kilo schwereren Neu-Isenburger Khalid Rassul in vier Minuten aus.

Liganeuling TSV Gailbach war beim 12:16 in Fahrenbach unterdessen bis zum letzten Kampf in der Chance auf einen Punktgewinn. Die Odenwälder führten gegen den Aschaffenburger Stadtteil-Club vor dem Vergleich zwischen Gheorge Cojoccori und dem Gailbacher Ringertrainer Christian Schöfer mit 14:12. Topmann Cojoccori ließ beim 6:0 nichts anbrennen und Schöfer keinen Angriff erfolgreich durchbringen. Für die Punkte des TSV sorgten Nico Tauber, Ilhan Myumyunov, Zugang Ion Pislaru und Marius Weisser. Bis in die Schlusssekunden auf des Messers Schneide gestanden hatte der Kampf zwischen Ahmadi Ahmad und dem Fahrenbacher Max Wörtge (4:5).

Quelle: Main-Echo.de | Verfasser: Jens Dörr