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Main-Echo: Auftakt mit Derby und Spitzenkampf: Niedernberg und Großostheim eröffnen die Ringer-Saison am Freitagabend

Nach mehr als acht Monaten Pause seit dem Ende der vergangenen Runde ist die Vorfreude auf den Saisonstart 2019 in der Ringer-Oberliga Hessen bei den Anhängern der unterfränkischen Teams per se schon ziemlich groß. Die teils brisanten Duelle des ersten Kampftags tragen derweil noch zur Steigerung bei.

Ringkampfverrückte vom Untermain können sich am Wochenende gleich zwei vielversprechende Partien der zweithöchsten deutschen Klasse anschauen: Am Freitag treten im Derby Vorjahresmeister KSC Niedernberg und der nur fünf Kilometer entfernt residierende SC Großostheim im Derby gegeneinander an. Am Samstag dürfte eine große Zahl an Fans in den Hösbacher Kultur- und Sportpark pilgern, wo in den heimischen KSC-»Vikings« und dem KSV Rimbach die beiden Topanwärter auf Meisterschaft und Bundesliga-Aufstieg aufeinandertreffen.

Die Niedernberger gehen leicht favorisiert ins Nachbarschaftsduell mit den Großostheimern. Blickt man auf die Transfers beider Vereine, dürften im Saldo von Ab- und Zugängen beide etwas schwächer als in der Saison 2018 aufgestellt sein. An eine erneute Meisterschaft der Niedernberger glaubt unter anderem wegen der Abgänge von Waldemar Streib und Dionysios Safaridis kaum jemand; den Großostheimern tun die Verluste von David Kecskemeti, Alex Szöke und Damian Patalong, der seine Karriere beendet hat, weh. Abzuwarten bleibt wie in allen Begegnungen, ob KSC Germania und SC Frankonia zum Rundenbeginn schon das personelle Maximum auffahren können, wie sich die Gewichte gerade jüngerer Athleten über das vergangene Dreivierteljahr verändert haben und wem die Stilart-Zuordnungen zu den Gewichtsklassen in der Vorrunde eher zupass kommen.

Volle Kapelle

Volle Kapelle auffahren dürften jedenfalls die Hösbacher und die Rimbacher, wenn sie ihre Ankündigung ernst gemeint haben, nicht nur einen Oberliga-Spitzenplatz anzustreben, sondern sich im Falle der Meisterschaft auch ernsthaft mit dem Gang ins deutsche Oberhaus beschäftigen zu wollen. Der Hinkampf am Samstag könnte bereits ein Schlüsselduell sein – und mit Blick auf den Direktvergleich beider Mannschaften auch in Sachen Höhe des Ausgangs noch Zünglein an der Waage spielen. Mit Spannung erwarten dürfen die KSC-Anhänger, welche der vier Zugänge (Antony Iuliani, Claudiu-Emanuel Pal, Jozef Jaloviar und Vasile-Vlad Caras) sofort im zehnköpfigen Aufgebot stehen. Unter anderem DM-Teilnehmer Iuliani, der von Hessenligist FSV Münster kam, dürfte im niedrigsten Limit viele Einsätze erhalten, da er beide Stilarten ringen kann.

Klarer Favorit

Als klarer Favorit geht die RWG Mömbris/Königshofen in den Auswärtskampf bei Aufsteiger KSV Neu-Isenburg. Der Gegner hat zwar eine junge, entwicklungsfähige Truppe beisammen, gegen die es auch mal hitzig werden kann. Die größere Klasse vereint unter dem Strich aber die RWG, zumal sich die Neu-Isenburger nach Platz zwei in der Hessenliga-Saison 2018 kaum verstärkt haben. Die Mömbriser wiederum reagierten auf die Abgänge von Tino Rettinger und der beiden Bulgaren Jordan Kungalov und Vasil Bimbalov mit einem halben Dutzend Athleten von der Kategorie »jung, entwicklungsfähig und schon erste Bundesliga-Luft geschnuppert« (Erik Tangel) bis hin zur Weltklasse, die das schwedische Schwergewicht Johan Euren (Olympia-Dritter von 2012) verkörpert. Eurens Zeit dürfte gerade in der Hinrunde gekommen sein, da jetzt das Schwergewicht im griechisch-römischen Stil gerungen wird.

Weniger klar als beim Kampf in Neu-Isenburg sind die Rollen in Fahrenbach verteilt, wo der heimische Sportverein den letztjährigen Hessenliga-Meister TSV Gailbach fordert. Steht Gailbach komplett, sind die ersten Punkte möglich. Die Aschaffenburger, bei denen in dieser Saison auch Trainer Christian Schöfer auf die Matte gehen will (in der Vorsaison coachte er die Gailbacher zum Aufstieg, rang parallel aber noch für Reilingen-Hockenheim), haben den fünften Platz als Rundenziel ausgegeben, müssten also drei Mannschaften hinter sich lassen. Neben Underdog Neu-Isenburg könnten die Fahrenbacher am Ende zu diesem Trio gehören.

Quelle: Main-Echo.de | Verfasser: Jens Dörr