RWG-Report: Ausgabe 06/2019

Unser heutiger Gegner: KSV Rimbach 

Ausgabe 06/2019

Die Ringer des KSV Rimbach haben sich vor der aktuellen Saison in der Oberliga vor allem in den mittleren und unteren Gewichtsklassen gezielt verstärkt. Mit mehr Erfahrung wollen die Odenwälder noch einen draufsatteln gegenüber der vergangenen, bereits sehr erfolgreichen Saison, die der KSV mit der Vizemeisterschaft beendete.

„Wir sind mehr als zufrieden“, sagt Mannschaftsführer Oliver Schmitt auch angesichts der Tatsache, dass sein Team sogar den Aufstieg in die Bundesliga hätte realisieren können. Denn Meister KSC Niedernberg hatte sein Aufstiegsrecht aus finanziellen und personellen Gründen nicht wahrgenommen, und damit wäre der Platz frei gewesen für die Rimbacher. „Das wäre aber zu früh gewesen“, wusste Schmitt nach gerade einmal einem Jahr für sein Team in der Oberliga.

Die Grundlage des Erfolgs war 2018 sicher auch der Teamgeist. „Wir konnten unsere Ausfälle immer gut kompensieren, weil jeder unserer Ringer über sich hinausgewachsen ist“, erkannte Schmitt. Jeder KSV-Ringer habe seine Sache sehr ernst genommen, „alle haben sich gut durchgekämpft“, beobachtete der Mannschaftsführer. „Und diese Saison sind wir fast noch stärker, wenn wir verletzungsfrei bleiben“, fügt er an. Konditionell muss das Team aber noch zulegen. Und auch die Cleverness fehle den mitunter jungen Ringern in manchen Kampfsituationen, sagt Schmitt. „Das kann man aber entsprechend trainieren“, bleibt er zuversichtlich.

Zudem hat sich der KSV Rimbach nun auch zusätzliche Erfahrung an Bord geholt mit der Verpflichtung von Zoltan Sebescen (Ungarn) für die Gewichtsklasse bis 75 Kilogramm griechisch-römisch. Sebastien soll für Pal Kottes ringen, der als Springer eingesetzt wird, wenn das Personal knapp wird. Sebescen ist ein alter Bekannter des KSV. Die Rimbacher kennen ihn von ihren jährlichen Trainingslagern in Ungarn. Auch deshalb wird Sebescen das Jugendtraining des KSV anvertraut.

Für die Gewichtsklasse bis 61 Kilogramm griechisch-römisch beziehungsweise 57 Kilo derselben Stilart ist der Bulgare Alexandar Mirchev verpflichtet worden, ein erfahrener Bundesliga-Ringer, der in Vor-und Rückrunde die Gewichtsklassen tauschen wird mit einem weiteren Neuzugang, nämlich Julien Zinser (Schifferstadt). Der amtierende deutsche A-Jugend-Meister ist Trainingspartner von 57-Kilo-Mann Nico Schmitt und auch deshalb ein weiterer Bekannter der Rimbacher.

Im Schwergewicht wird Marcel Fröhlich (Groß-Zimmern) KSV-Coach und Punktegarant Laszlo Antunovits künftig unterstützen. Fröhlich hat bereits mit Gailbach Erfahrung in der Bundesliga gesammelt und war vergangene Saison für Münster aktiv. Und zu diesem seinen Heimatverein ist nun KSV-Spitzenringer Sevket Ermis zurückgekehrt, der in der letzten Runde kaum noch trainierte. Dennoch lassen die Rimbacher den Spitzenringer nur ungerne ziehen.

In Sachen Personal hat der KSV demnach gezielt nachgelegt für eine Liga, die an Qualität noch einmal zugelegt habe, wie Schmitt glaubt: „Aber für uns ist es realistisch, vorne mitzumischen. Wir können vielleicht sogar noch einen draufsetzen gegenüber der letzten Saison.“ Ziel sei es, alle Heimkämpfe zu gewinnen.

Zugänge: Julien Zinser (AC Ziegelhausen), Marcel Fröhlich (FSV Münster), Zoltan Sebescen (Ungarn), Aleksandar Mirchev (ASV Urloffen), Kamil Gamla (Polen), Szymon Gamla (Polen).

Abgang: Sevket Ermis (FSV Münster)

Trainer: Laszlo Antunovits (fünfte Saison).

Chancenlos…

war die RWG leider im Heimkampf gegen den SC Großostheim. Die Gäste aus dem Bachgau hatten zwar die 66kg Klasse leerlaufen lassen, aber am Ende trotzdem mit 20:11 im Bergheim klar die Nase vorn. Auch die RWG hatte weiter ihre mittlerweile bekannten unfreiwilligen Lücken in der Mannschaftsaufstellung, doch selbst wenn 57kg Vertreter Erik Tangel hätte auflaufen können – am Sieg der Gäste hätte das letztlich nichts geändert. Nachdem also Gästeringer Cem Güvener bequem vier Punkte eingefahren hatte war auch der etatmäßige 98er Yordan Kungalov gegen den ausgewachsenen und technisch starken 130kg Ringer Mohsen Siyar auf beiden Schultern gelandet. Fast hätte Alexandru Asan in 61kg Freistil die Großostheimer Führung direkt noch ausgebaut – doch da war die Verwarnungsregel vor. Nach sechs Minuten im Fight des Abends zwischen Simon Scheibein und Alexandru Asan in 61 kg Freistil waren sagenhafte 15:15 Punkte zusammengekommen. Die Feierlichkeiten in der Großostheimer Ecke hatten bereits begonnen, als doch noch auffiel, dass die Wertung. Der Sieg samt hart umkämpftem Mannschaftspunkt ging nach Anzahl der Verwarnungen die am Ende höhere Priorität besitzt als die letzte die letzte Wertung.  Der Sieg samt hart umkämpftem Mannschaftspunkt ging also doch noch an die RWG.

Einen sicheren 3:0 Erfolg landete Johann Gustafsson noch an die RWG. gegen Bachuki Gavashelishvili in der 98 kg Greco, und nachdem sich Dimitri Dobrov kampflos vier Mannschaftspunkte abgeholt hatte sah es schon gar nicht mehr so übel aus für die RWG, …zumindest für den Moment. Es sollte am Ende nämlich nur noch zu einem weiteren Sieg für die Kahlgrundringer reichen. Max Stadtmüller holte in 75kg Greco einen schnellen Schultersieg gegen Jörg Kunz, der Rest ging ausnahmslos und teils sehr deutlich an die Athleten in den blauen Trikots. Sebastian Krist kam gegen Zoltan Szep in 86 kg Freistil ebensowenig zum Zug wie Ali Can Cakici im freien Leichtgewicht gegen Simon Pilzweger. Beide mussten 0:16 TÜPN einstecken. Auch Florian Lamm unterlag in 71 Freistil deutlich gegen Eduard-Stefan Asan (4:12), während es in der 80kg Greco Begegnung zwischen Jan Fischer und Guiseppe Bellanova nochmal spannend herging – doch auch hier hatte am Ende der Gästevertreter mit 4:2 die Nase vorn.

Trotz aller Aufstellungsprobleme…

war tatsächlich mehr drin als das 15:20 beim Gastspiel in Gailbach. Die Punkte in der 57kg Klasse gingen noch kampflos an den Gailbacher Nico Tauber, und im Schwergewicht war die vorzeitige Niederlage des sich einmal mehr für die Mannschaft opfernden Seniors Klaus Roth gegen Ion Pislaru ebenfalls von vornherein einzukalkulieren. Doch danach wussten sich die RWGler durchaus in Szene zu setzen. Mit ein bisschen mehr Glück hätte es sogar zum Gesamtsieg reichen können, aber der nicht für Nervenschwache geeignete Kampf von Ali Can Cakici im freien Leichtgewicht gegen Masehullah Kazikehlging nach vogelwil dem hin und her am Ende leider doch mit 17:14 an den Gailbacher Vertreter. Davor hatte Yordan Kungalov in 98kg griechisch-römisch einen so nicht einmal erwarteten „Vierer“ gegen Manuel Berneth eingefahren und Simon Scheibein (61 kg FR) einen klaren 14:4 Sieg gegen Karl Straub gelandet. Florian Lamm hatte in die 66 kg Klasse abgekocht – das gleiche tat er beim 15:0 Sieg nach 2 Minuten zügig mit seinem Kontrahenten Tom Wünsch. Der taktische Tausch mit dem in die 75 kg Klasse Greco aufgerückten Dimitri Dobrov zumindest hatte sich voll ausgezahlt. Dimi holte gegen Ilhan Myumyunov ebenfalls einen technisch überlegenen Punktsieg – der Aufstellungskniff sicherte der RWG damit volle acht Mannschaftspunkte. Da aber Cihan Besli (86 Freistil) gegen Ahmadi Ahmad mit 2:17 unterging und auch Max Stadtmüller (80 kg GR) mit 0:3 gegen Manuel Schlereth den Kürzeren zog sah es dann vor den beiden abschließenden Leichtgewichtskämpfen doch nicht mehr ganz so gut aus, da im Leichtgewicht Greco von vornherein eine klare Niederlage Jan Fischers gegen Monir Ahmad Ahmadi einkalkuliert war.