Asse von Einst: Peter Behl

Das Herz und die Seele der RWG ist seit mehr als 30 Jahren Peter Behl. Seit 1980, als er 14 Jahre alt war, trat er in der 1. Mannschaft der RWG an, damals in der 2. Bundesliga. Über 20 Jahre war er ein absoluter Leistungsträger, sportlich immer erfolgreich. Zweimal – 1982 und 1984 – stieg er mit der RWG in die Bundesliga auf. Er verfügte über ein breites technisches Repertoire, und er war sehr zuverlässig.

Bei den Männern wurde er fünfmal deutscher Meister. Die Krönung seiner Laufbahn, nämlich eine internationale Medaille, erreichte er leider nicht. 1984, als der Ostblock die Olympiade in Los Angeles boykottierte, nominierte Bundestrainer Ostermann den Achtzehnjährigen nicht. Warum, das bleibt Ostermanns Geheimnis. Gegen den damaligen Silbermedaillengewinner Aceves (Mexiko) und den Dritten Dae-du (Korea) hätte Peter gute Chancen gehabt. Als er sich international im Bantamgewicht etabliert hatte, verletzte er sich 1987 kurz vor der WM in Clermond-Ferrat (Frankreich). Sein Vertreter Rifat Yildiz holte die Silbermedaille und besetzte ab da den Platz im Bantamgewicht (57 kg) in der Nationalmannschaft. Peter Behl rückte ins Federgewicht (62 kg) auf. Gegen die schwereren Gegner hat er substantielle Nachteile. Dennoch gehörte er jahrelang zur Weltklasse. Er konnte sich für die Olympischen Spiele 1988 in Seoul (Südkorea) qualifizieren. Nach unglücklichen Niederlagen gegen Dietsche (Schweiz) und Bödi (Ungarn) und Siege gegen Fernandez (Spanien), Sahin (Türkei) und Andersson (USA) wurde er Fünfter.

Mit 298 Kämpfen in der Ringerbundesliga dürfte er der Rekordler nach der Anzahl von Kämpfen noch vor seinem alten Kontrahenten Markus Scherer (Schifferstadt) sein. Nach Abschluss seiner aktiven Laufbahn wurde er als Nachfolger des verdienten Jürgen Barleben Trainer der RWG-Bundesligamannschaft. Er war für die griechisch-römische Stilart zuständig. Freistiltrainer war ein Jahr Thorsten Wagner. Ihm folgte für viele Jahre Gerhard Weisenberger nach. Peter hatte das Heft fest in der Hand. Er war über alles im Verein bestens informiert. Er kümmerte sich auch um die Jugend und die unteren Mannschaften. Peter ist ein harter Trainer, dennoch feinfühlig. Als langjähriger Ringer kann er sich ins Seelenleben eines Sportlers denken. Viele Jahre war er erfolgreicher hessischer Landestrainer.

Behl ist am 12. Februar 1966 geboren. Sein Vater Arnold war 40 Jahre Chef der RWG. Auch sein Bruder Thomas war ein starker Ringer. Mit seiner langjährigen Lebensgefährtin Sonja hat er in seinem Heimatort Königshofen ein Haus gebaut. Einst erlernte den Beruf eines Kaufmann. Anschließend verpflichtete er sich für acht Jahre bei der Bundeswehr, um dann mit seinem Kompagnon Jürgen Frank ein Fitnessstudio aufzubauen. Er ist Mitglied im Mömbriser Marktgemeinderat und im Aschaffenburger Kreistag.

Peter Behl ist allgemein sehr beliebt und anerkannt.

Verfasser: Kurt Kern